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Fotografen
fragen…
Wie werde ich Berufsfotograf?

Wer möchte nicht sein Hobby zum Beruf machen? Den ganzen Tag dem nachgehen woran man Interesse hat. In dem Sinne nie wieder "arbeiten" müssen. Arbeiten, das Wort stammt ja aus dem Lateinischen "arebit" und bedeuted so viel wie "plagen" oder "leiden". Irgendwie schon ein wenig ironisch. Naja, zurück zum Thema. Wie wird man Berufsfotograf. Ich kann es mir nicht nehmen lassen das drumherum auch ein wenig anzureißen, denn der Weg an sich ist ja nicht wirklich schwer.

Ich erläutere dir zuerst einmal wie man Fotograf wird. Das ganze geht eigentlich recht flott von der Hand. Darum in wenigen Schritten das wie und wo für Österreicher. Damit du bestens informiert bist und ich mir die Finger nicht wund schreibe oder irgendeinen Shit raushaue, verlinke ich dir die jeweiligen fundierten Quellen. So bist du im Bilde und weißt am Besten wie der Hase läuft.

...Wie funktioniert das in Österreich mit der Fotografie? Kann man einfach so Berufsfotograf werden? ...

- ein Leser -

Deine Steps zum Berufsfotografen...

In Österreich ist das Gewerbe des Berufsfotografen ein freies Gewerbe. Für dich heißt das somit, dass du ohne einen Befähigungsnachweiß und / oder Ausbildung dem Gewerbe eines Fotografen nachgehen darfst. Also jeder der weiß wie man den Auslöser drückt ist fähig zu fotografieren (aber auch Mitmenschen die den Auslöser nicht finden).

Zuerst ist deine erste Anlaufstelle die Wirtschafskammer für dein jeweiliges Bundesland. Bei mir war es die Wirtschaftskammer Oberösterreich. Diese gehen mit dir die nötigen Formulare durch und leiten ein paar der relevanten Schritte in die Wege. Sie beraten dich fair und kompetent zu deinem Anliegen.

Danach solltest du dich bei der SVA Vorstellig machen. Diese sind für deine Krankenversicherung zuständig. Je nachdem welche Gewerbegröße du angibst wird hier ein Beitrag fällig.

Vergiss niemals auch beim Finanzamt vorzusprechen. Hier bekommst du deine Steuernummer und du musst zukünftig einen umfangreicheren Steuerbescheid abgeben. Dieser ist für dich verpflichtend! Welche Art hängt vom Umsatz ab den du aquirierst.

Empfehlenswert ist es noch einen Steuerberater hinzu zu ziehen der mit und für dich die Ein Ausgangsrechnung bzw. die Buchhaltung führt. Das ist abhängig von deinen Einnahmen und der Art deines gemeldeten Unternehmens (siehe beispielsweise die Kleinunternehmerregelung, etc..)

Wichtig ist für dich auf jeden Fall, dass du innerhalb einer Frist von 4 Jahren einen Gewinn erzielst. Das heißt wenn du von deinen Firmeneinnahmen deine Firmenausgaben abziehst muss am Ende ein Gewinn verbucht werden. Wenn das nicht der Fall ist wird dein Unternehmen als Berufsfotograf in die Liebhaberei gestuft.

Sonstiges wäre da noch beispielsweise eine Gewerbeversicherung. Du hast hier die Auswahl an Rechtschutzversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen, Versicherungen für dein Euqipment, Haftpflichtversicherungen, etc... diese kannst du in Anspruch nehmen aber musst nicht. Das steht dir frei aber ist anzuraten. Der Teufel schläft nie.

Von so Dingen wie eine Kamera und mal so ein wenig Equipment brauche ich nicht reden denke ich mal. Das ist etwa obligatorisches. Auf jeden Fall ist somit das ganze unter Dach und Fach und ich heiße dich im Kreis der Berufsfotografen willkommen.

Das was mir sonst noch am Herzen liegt....

Das liegt mir am Herzen und möchte ich jedem der mit dem Gedanken spielt ebenfalls ans Herz legen. Darum haue ich alles mal raus so wie ich es mir denke und auch belegen kann.

Du trägst von einem Tag auf den Anderen sehr viel Verantwortung....

Du trägst nicht nur für dich oder deine Kunden Verantwortung sondern auch für deine Familie, deine Kinder, deine Frau. Entscheidungen die du triffst haben Auswirkungen auf alles andere. Wenn du Vollzeit Berufsfotograf werden willst bist du für das was du tust und machst selbst verantwortlich und niemand wird dich in Schutz nehmen. Dir steht es frei dich im gesetzlichen Rahmen zubewegen aber Hilfe bekommst du nur mäßig. Bedenke das Bitte.

Du bist "Selbst" und "Ständig"....

Daher auch der begriff Selbstständig. Deine Tätigkeit endet nur selten wie bei einem "9 to 5 Job" es steht immer einiges an das zu erledigen ist. Sei es Marketing, Buchhaltung und Rechnungen, Bildbearbeitung, Planung und vieles mehr. Dessen muss man sich unbedingt bewusst werden. Du bist nicht nur Fotograf sondern auch Unternehmer und du musst dein Unternehmen führen. In allen Belangen. Zusätzlich bist du nun mehr Kaufmann, Sales Mitarbeiter, Marketing Consultant, Mitarbeiter also im Grunde eine ganze Firma in einer Person. Der Fotograf tritt eher in den Hintergrund und alle anderen Jobs stehen im Vordergrund.

Wir sind nicht als "eierlegende Wollmilichsau" geboren....

Auch bei Fotografen gibt es Genres die bearbeitet werden wollen. Als Fotograf sollte man sich ein paar dieser Genres wählen und hart daran arbeiten. Mit Genres meine ich Landschaftsfotografie, Architektur, Reportagen, Produktfotografie oder Personenfotografie. Arbeite in den Bereichen in denen du herausragend bist und versuche nicht alles abzudecken.

In erster Linie wird man nicht reich oder bekommt "fame"....

Du solltest fotografieren weil du es willst und kannst und nicht um reich zu werden. Das ist nur wenigen vorbehalten und die haben extrem hart, bis hin zur Selbstaufgabe (und sicher ein paar Burnouts) darauf hin gearbeitet. Mit deinem "fame" verhält es sich ähnlich wenn du nicht gerade ein Fancy Kriegsberichterstatter oder alle Promis des Landes persönlich kennst. Diese Blase muss erst einmal zum Platzen gebracht werden. Konzentriere dich lieber darauf deine Fotografie und deinen Stil weiterzuentwickeln und zu formen als das ganze gedöhns. Deine Kunden und du sollen mit deinen Bildern zufrieden sein. Das ist es was zählt.

Stelle dir eine Frage....

Was kann ich meinen Kunden an Mehrwert bieten. Fotografen gibt es wie Sand am Meer. In der Preisspanne von 50 Euro bis Open End. Was setzt dich von anderen Fotografen ab was machst du besser, was machst du anders? Warum sollen Kunden mit dir shooten als mit anderen?

Mache vernünftige Preise....

Das ist das A und O. Viele bieten Dienstleistungen zu minimalistischen Preisen an um sich ihr Taschengeld aufzubessern, dass sie dabei eine negative Bilanz ziehen verstehen sie dann nicht. Fotografie ist eine ordentliche und ehrliche Dienstleistung wie jede andere und darf auch fair und gerecht entlohnt werden. Ein Fotograf hat wie jeder andere Selbstständige (der gesetzlich korrekt arbeitet und handelt) Kosten die er decken muss. Darauf baut deine Preiskalkulation auf. Vergiss das niemals und mache für Kunden und Dich faire preise.

Halte dich niemals für den King..

Es gibt immer jemanden der besser ist als man selbst und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich habe es schon öfter erlebt, dass Menschen die sich für die tollsten Fotografen hielten nicht einmal ein ganz normales Lichtsetting zustande brachten. Zuvor ein Orkan und danach war es eher ein Babyfurz (wobei Babyfurz eher schlecht ist weil die oft mit ordentlich schmackes stinken). Also bleib du selbst und sei bereit auch von anderen zu lernen. Keiner mag überheblich stolzierende Gockel. Keiner von uns ist ein King, denn wir lernen ein leben lang. Alleine und Gemeinsam.

Du fischt nun in einem Haifischbecken....

Es gibt viele Fotografen und es wird noch viele Fotografen mehr geben. Das ist gut und schlecht. Es ist ein offenes Gewerbe und jeder kann wie gesagt dieses Gewerbe ausüben.

Darum spreche ich aus meiner Erfahrung:

  • Arbeite stetig und bewusst. Damit meine ich arbeite an dir und verbessere dich laufend! Reflektiere dich selbst, lerne aus Misserfolgen und ruhe dich nicht auf erfolgen aus.
  • Sei selbst dein größter Kritiker. Jeder macht mal Scheiß Bilder. Steht dazu mach sie besser!
  • ACHTE und RESPEKTIERE deine Kunden!
  • Deine Kunden haben nur die BESTEN Bilder verdient! Liefere sie ihnen!
  • Bleib authentisch und du selbst! Kopien sehen ziemlich Kacke aus!
  • Handle wirtschaftlich und mit Hausverstand du bist Unternehmer und trägst Verantwortung!
  • Arbeite an deinem eigenen Stil! Du bist keine Kopiermaschine und wirst so nicht glücklich!
  • Frage dich... WARUM will ich Fotograf sein.

Mir ist es wichtig, dass meine Kunden mit meinen Bildern zufrieden sind. Ich pflege mit Ihnen ein freundschaftliches Verhältnis und achte stets darauf das sie die Besten Bilder für ihr Geld bekommen. Das möchte ich selbst ja auch wenn ich was kaufe. Ich berate meine Kunden und stehe ihnen zur Seite. Wenn ich etwas nicht machen kann (das kommt auch mal vor) weil es nicht mein Fachgebiet ist, dann helfe ich ihnen auch und nenne Kollegen die das besser können als ich (Letztens fragte mich ein Kunde ob ich Passfotos erstelle und da ich das nicht mache nannte ich diesem einen Kollegen der dies gut und laufend macht), so ist allen geholfen.

Fazit

Fotograf werden ist nicht schwer. Fotograf sein ist dagegen nicht so einfach und flott wie es sich viele vorstellen. Du machst mehr als du denkst und trägst "obwohl du nur den Auslöser drückst" dennoch genug Verantwortung. Du arbeitest hart an dir und den ganzen Skills rund um die Fotografie. Vergiss das nicht. Stelle dir immer die Frage warum du das möchtest!

Keine Angst. Ich möchte dir das Thema nicht madig machen. Ich wäre ja sonst selbst verrückt weil ich diesen Job auch gewerblich mache aber mir ist es wichtig, dass du über den Tellerrand gucken kannst. Das vergisst man leider oft. Es hängt oft viel mehr an Dingen wie man vermuten mag. Wie ein kleiner Eisberg der Unterwasser schon fast ein halber Kontinent ist. Der Beruf des Fotografen an sich ist ein sehr schöner Beruf und ich liebe ihn. Ich liebe diesen Moment wenn meine Kunden vor Freude Gänsehaut bekommen wenn sie die Bilder zum Ersten Mal sehen. Ich mag diesen Freudemoment. Dennoch wiege für dich ab.

 

Falls du auch eine Frage hast oder etwas wissen möchtest schreib mich einfach auf Facebook an oder eben hier auf meiner Seite. Ich werde diese natürlich nach bestem Wissen und Gewissen beantworten. Auf jeden Fall freue ich mich von euch zu hören oder euch zu lesen.

In diesem Sinne
CHEERS, euer

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