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Warum
Hochzeiten
fotografieren
so „teuer“ ist

Jeder Fotograf kennt das Thema mit dem Preis für die Hochzeitsfotografie. Mir fällt laufend auf, dass man beim Fotografen immer das Sparpotential sieht. Des Weiteren kann man auch Strömungen erkennen, dass Preise weit unter dem Kalkulierbaren angeboten werden.

Warum kostet ein Hochzeitsshooting das was es kostet?

Natürlich ist das ganze vom Umfang abhängig. Wenn man ein Brautshooting mit Bräutigam alleine bucht ist das selbstverständlich kostenkünstiger als wenn man den Fotografen den ganzen Tag an seiner Seite sehen möchte.

"Das Wesen des Menschen bei der Aufnahme sichtbar zu machen, ist die höchste Kunst der Fotografie."
- Friedrich Dürrenmatt -

Meine Lieblingsbeschäftigung

Mal eine kleine Annahme

Gehen wir mal von einem Tagesshooting aus. Der Fotograf hat vor dem Shooting bereits arbeit. Er muss planen und seine Zeit kalkulieren. Er stimmt (das machen gute Fotografen) mit dem Brautpaar den kommenden Freudentag ab. Er muss ja bescheid wissen was wann passiert und was dem Paar gefällt. Die Location sollte ihm auch bekannt sein, denn wärend der Zeremonie hat er nicht allzu viel Zeit sich da erstmal umzusehen. Somit sind bei ihm schon mal Kosten entstanden. Fahrtkosten, Arbeitszeit und Co.

Am Hochzeitstag benötigt er auch sein Equipment damit einmalige Fotos entstehen. Diese nutzen sich auch ab und die Anschaffung von beispielsweise lichtstarken Objektiven, Kameras die bei höherer ISO nocht gute Bilder erschaffen kosten nunmal nicht allzuwenig Geld. Das verursacht ebenfalls kosten. Natürlich ist er auch den ganzen Tag Blockiert und kann hier keine anderen Aufträge entgegennehmen. Der Fotograf steht einzig und alleine dem Brautpaar zur Verfügung. So eine Hochzeit kann schon mal X Stunden dauern und man ist als Fotograf immer an vorderster Front. Jeder arbeitende Mensch erhält auch seinen Stundenlohn damit er leben kann, denn ein verhungerter Fotograf der Knipst nicht gerne. Treibstoff für sein Auto kommen natürlich auch noch dazu. Kirche, Shooting Location und Gasthaus liegen ja nicht immer nebeneinander. Vielleicht gibt es auch noch Ankleidefotos der Braut, etc... die oft schon sehr zeitig am Morgen beginnen. Man sieht hier existiert schon einiges an Arbeit und Investition und darf nicht unterschätzt werden.

Stellen wir uns mal vor wir haben die Hochzeit mit hammer Bildern gegen 24:00 Uhr verlassen und den schönsten Tag des Brautpaares fotografisch Top und mit Herzblut in Szene gesetzt. Der Counter der Kamera bei 1200 Fotos. Erstmal erledigt schlafen gehen (den ganzen Tag in Action immer konzentriert um nichts zu versäumen, sich verbiegen um den richtigen Winkel zu bekommen schlaucht ganz schön) und dann die Fotos hochladen, Filter drüber und fertig. Wer das denkt hat weit gefehlt. Hier beginnt nun die richtige und vor allem zeitintensive Arbeit. Alle Bilder wollen erstmal gesichtet werden und dann auch noch vorselektiert hochgeladen. Das Brautpaar selektiert seine Bilder und der Ball geht wieder retour an den Fotografen. Jetzt geht es ans Bearbeiten was unzählige Stunden in Anspruch nimmt.

Auch die Details machen es aus
Ist dann auch noch ein Fotobuch im Spiel geht's ans eingemachte aber hier kein Album von der Stange. Vorgefertigte Templates und reingeklatschte Bilder. Hier sollte es auch abgestimmt sein, ein zeitlicher Verlauf sollte hier obligatorisch sein. Das ganze schön und dem Rahmen entsprechend aufbereitet und verziert. Werden Fotos noch an den Print gegeben darf man das  Farbmanagement nicht außer Acht lassen. Es möchte ja keiner eine blaustichige Braut auf seinem Foto sehen. Somit sind Stunden oder Tage bereits belegt und das kostet Zeit da das Ganze auch schnell von Statten gehen soll, denn man will seine Hochzeitsbilder so zeitnah wie möglich und nicht erst Monate später.

Generell kommt ja noch dazu, dass man als angemeldeter Fotograf auch Steuern zu bezahlen hat, Gewinn erwirtschaften muss um nicht in die Liebhaberei abzudriften, verpflichtende Mitgliedschaften bezahlen muss,  die Versicherungen auch nicht vergessen werden dürfen und Wissen inklusive Erfahrung auch harter Arbeit und oder Kursen entspringen um überhaupt im  Gewerbe tätig zu sein.

Wie man sieht ist hier einiges an Vorarbeit, Arbeit und Nacharbeit und Generelles zu berücksichtigen und ich habe sicher einige Punkte außen vor gelassen. Bitte seht es mir nach. Leider sieht man nur den Fotografen der Knipst und nicht die Arbeit und Energie die dahinter steckt. Viele denken das ist ja ganz easy und kann doch jeder aber Qualität hat nunmal seinen Preis und ein größerer Fotojob will auch kalkuliert werden.

Eine kleines aber feines Detail
Mal ganz im Vertrauen. Für Brautkleid und Anzug werden teilweise mehrere Tausend Euro bezahlt. Das wird einerseits nur einen Tag getragen und dann verstaubt alles im Schrank. Für ein Shooting wo Werke entstehen die einem im Alter noch Freude bereiten sollen wird dennoch gespart? Da beißt sich die Katze selber in den Schwanz. Wie vorhin erwähnt, Qualität hat ihren Preis was aber nicht heißt, dass es unsummen Kosten darf. Ein ordentliches Angebot und eine schlüssige Argumentation der Kosten sind meiner Meinung nach wichtig.

Um es genauer zu beschreiben. Wir alle sind irgendwie berufstätig und als Arbeiter oder Angestellter möchten wir auch Geld verdienen um leben zu können oder kennt ihr jemanden der frei und gratis arbeiten will? Es ist mit dem Fotografen so wie mit euch. Ihr geht arbeiten und bekommt Geld, davon müsst ihr eure laufenden Kosten decken können und wenn alles passt auch ein paar Flocken sparen. Essen und Trinken benötigt der Fotograf auch. Es ist eben so wie bei euch. Ihr habt ebenfalls Ausgaben so wie der Fotograf auch. Er hat dieselben Bedürfnisse wie ihr und muss auch noch ein paar mehr Dinge bezahlen damit ihr zu schönen Bildern kommt.

Darum eien wichtigen Tipp.
Seht euch um welcher Stil euch bei den Fotografen gefällt und schreibt sie an. Wenn ihr als Angebot irgendwas ab 1500 Flocken bekommt seid nicht enttäuscht, das ist ein fairer Preis, denn um 500 Euro kann man nicht unbedingt viel erwarten, denn da steht wenn man es realistisch betrachtet Quantität vor Qualität (was jetzt nicht heißt). Preis ist natürlich kein Indikator der Qualität, darum lasst euch Fotos zeigen, denn da trennt sich die Spreue vom Weizen und ihr seht was ihr für euer Geld bekommt.

In diesem Sinne
CHEERS, euer

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